Restauranttest: Das "La Cala" in Meloneras

Unter dem Motto: "Jeder verdient eine zweite Chance" machte ich mich mit rund 15 "Mit-Testern" und einer großen Portion Skepsis auf den Weg in das CC Meloneras. Skepsis? Zweite Chance? Nicht gerade ein glänzender Auftakt für einen schönen Freitagabend. Die
Skepsis war jedoch nicht ganz unbegründet. Bereits vor 2 Wochen habe ich mit einigen Freunden das "La Cala" erleben dürfen.

Aufgrund eines Eigentümerwechsels wurde zu kostenlosen Tapas geladen. Um es kurz zu halten: Die Tapas waren hervorragend, der erste Abend war jedoch Enttäuschung pur. Unendliche Wartezeiten, die mit dem Ausfall einer Bedienung begründet wurden, schreiend laute Musik, die trotz mehrmaligem Hinweis noch lauter zu werden schien und eine gehörige Portion Überforderung des Personals, gab meinem ersten Testbericht eine Schärfe, die einem neuen Restaurant mit Sicherheit nicht zuträglich wäre. Und so entschied ich mich, den Bericht zunächst in der Schublade zu belassen.
In disem Zusammenhang sei erwähnt, dass ich bei beiden Besuchen "incognito" vor Ort war, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Also, auf zur zweiten Chance:
Das "La Cala" befindet sich im ersten Stock des Shoppingcenters Meloneras. Somit ist die Parkplatzsuche schon mal hinfällig. Ein riesiges Parkhaus, zu - zugegeben - nicht so ganz humanen Preisen steht zur Verfügung. Selbstverständlich finden sich in direkter Nähe auch öffentliche Prkplätze, auf die man ausweichen könnte. Das Parkhaus zeigt dann aber auch auf das Hauptproblem des Shoppingcenters auf: Hier ist richtig wenig los!

Ebenerdig empfangen die üblichen Größen wie Ciao-Ciao, Serafin und Hemingway ihre  Gäste, im ersten Stock sticht das "La Cala" zwischen unzähligen "Se Vende" und Se Alquila" - Schildern heraus. Schade, das eines der - meiner Meinung nach - schönsten Shoppingcenter im Süden Gran Canarias derart verwaist ist. Es bleibt zu hoffen, dass die  Eigentümer mit Ihren Mietpreisen endlich der Realität Rechnung zollen und mehr Gewerbetreibende anlocken.

Das "La Cala" verfügt über eine recht große Terasse, die einen wunderschönen Blick auf den Atlantik gewährt. Und so kommt auch das "La Cala" daher: einfach schick! Gemütliche Korbgeflechtstühle, große dunkelbraune Tische und eine sehr ansprechende Ausstattung
und Beleuchtung wirken sehr einladend. Dieses Gefühl verstärkt die freundliche Begrüßung von Michael, einer der Kellner, der uns mit einem strahlenden Lächeln empfängt. Und direkt nach dem Eintritt sind alle negativen Gefühle des ersten Besuchs verschwunden. Gleich vier Mitarbeiter kümmern sich schnell und gekonnt und stets ehrlich lächelnd um unsere Wünsche, empfehlen gute und preisgünstige Weine, halten unaufdringlich Smalltalk und geben einem das gute Gefühl, willkommen zu sein.

Auch die Probleme mit der schwankenden, meist zu hohen Lautstärke der Musik ist passé. Und so stieg die Spannung, ob die gute Qualität der Tapas der neuen Charmeoffensive weichen musste. Doch weit gefehlt: Die Tapas sind einfach richtig gut! Kleine Pfannkuchen, gefüllt mit einem Mus aus Meeresfrüchten, marinierte Champignons, frittierte Hühnerbruststückchen mit einer hervorragenden Currysauce, Gambas mit Nudeln, Feigen im Speckmantel und, und, und. Einmal die Tapa-Karte rauf und runter und kein einziger Ansatz für Kritik!

Ebenso lassen die Preise für die kleinen Köstlichkeiten keine Kritik zu: zwischen 2,60 und rund 3,00 Euro verlangt das "La Cala" pro Portion. Gleiches gilt für die umfangreiche Getränkekarte: eine Flasche Wein ab 14 Euro, und wirklich ausgesprochen gute Cocktails für nur 5,50 Euro begeistern. Und für mich als bekennenden Kaffe-Junkie gabs auch noch hervorragenden Espresso und Milchkaffee obendrauf.


Fazit: Es ist schön zu sehen, dass binnen kürzester Zeit die "Kinderkrankheiten" unseres ersten Besuchs geheilt wurden. Das Team vom "La Cala" bereitete uns einen rundum gelungenen und schönen Abend. Die Preise sind für die gereichte Qualität sehr gut, das Ambiente ist ausgezeichnet.

Es bleibt zu hoffen, dass der Standortnachteil innerhalb des verwaisten Shoppingcenters durch die Freundlichkeit des Personals und die gute Qualität der Speisen zu kompensieren ist und das "La Cala" noch für viele Besuche offen steht.

Autor: Jens Nitzsche

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