04.07.12 14:55
Salinen auf Gran Canaria
Ein traditionelles Handwerk kurz vor dem Aussterben
Seitdem es Eisschränke gibt, nahm die Zahl der Salinen auf den Kanaren immer weiter ab. Ursprünglich wurde das hier gewonnene Salz zur Konservierung der Lebensmittel wie Fisch und Fleisch genutzt, was durch die Verbreitung von Kühlgeräten allerdings irgendwann überflüssig wurde. Inzwischen gibt es auf den Kanaren nur noch einen einzigen Betrieb, der sich die Mühe macht Salz aus dem Meerwasser zu gewinnen.
Die Saline „Boca Cangrejo“ wurde vor 11 Jahren von einem Arzt und seiner Ehefrau übernommen, die seitdem in der Sommerzeit vom Juni bis zum September jeden Vormittag mit der Gewinnung des Salzes beschäftigt sind. Die Lage der Saline und die Wasserqualität in der Region sorgen für eine Salzernte, die in Sachen Qualität keine Wünsche übrig lässt. Im Gegensatz zu anderen Salzen ist der Anteil an Mineralien hier besonders hoch.
Nur etwa 10 Prozent des gewonnenen Salzes landet auf dem Essenstisch, der weitaus größere Teil der etwa 90.000 Kilo umfassenden „Ernte“ landet in den Pools großer Hotels. Inzwischen gibt es einen Workshop, der einige junge Leute dazu anhält diese alte Tradition der Salzgewinnung zu lernen. Leider haben sich zu diesem Lehrgang aber nur Männer angemeldet, was nach Auskunft der Betreiber sehr schade ist, denn Frauen sind viel akkurater bei der Ernte, was zu einer besseren Qualität des Erzeugnisses führt.











