Meereslaunen – Caprichos de mar
Das Meer übt eine unglaubliche Faszination auf uns Menschen aus. Etwa siebzig Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Es ist eine Naturgewalt, voller Magie und Gefahr, die wir nicht beherrschen können, so groß und sicher wir unsere Schiffe bauen.
In den hier versammelten Geschichten, Gedichten und Bildern der kanarischen Autoren/innen und Künstler/innen ist das Meer zentrales Motiv. Sie sind auf den Inseln geboren, aufgewachsen, leben zum Teil noch dort, das Meer um sie herum war immer Bestandteil ihres Lebens, mit all seiner Schönheit, Anziehungskraft. Es ist Lebensgrundlage genauso wie Bedrohung. Es kann Tod bedeuten. Eindringlich, wie man es selten zu lesen bekommt, wird der Tod erzählt (z.B. in „Den Tod vor Augen“). In ihren Erzählungen, ihrer Lyrik ist diese Ambivalenz stets spürbar: das Meer ist Ernährer für Fischer, Seeleute, ist Hoffnungsträger für Flüchtlinge, aber es kann auch ihr Ende bedeuten, wie Geschichten von Emigranten, von Bootsflüchtlingen aus Vergangenheit und Gegenwart erzählen.
Die hier versammelten Geschichten sind vielschichtig wie Wellenformationen. Sie lassen uns Sehnsucht, Magie, Verbundenheit, Respekt, Hoffnung und Gefahr mitfühlen. Wild und ungestüm erzählen sie von mutigen Matrosen und Kapitänen, die sich der unergründlichen Grausamkeit der Fluten entgegenstellen, aus diesen Kämpfen gehen sie nicht unversehrt hervor (z.B. in „Der Hurrikan“). Ebenso intensiv wird die Harmonie beschrieben, in der Inselbewohner mit dem Meer leben, mit all ihren Sehnsüchten und Träumen.
Ganz nebenbei eignet sich diese zweisprachige Ausgabe ideal zum Spanischlernen. Die vielen Meeresbilder der Künstler/innen und Fotograf/innen lockern die dicht erzählten Geschichten auf und laden dazu ein, einen Moment in eigene Träume abzutauchen.
Pressestimme:
Dichter des Lichts. Worüber soll man dichten, an einer Küste? Vor sich so viel Wasser, bis zum Horizont. Kein Wunder, dass das Meer immer wieder Thema ist bei kanarischen Dichtern. In welch vielfältiger Form sie sich dem Sujet nähern, kann man jetzt staunend lesen - übrigens auf Spanisch und Deutsch - im Buch „Meereslaunen“ (Caprichos de mar). Zwischen Poesie und Prosa finden sich Fotos und Bilder, die einen innehalten lassen. Dabei ist das Meer ja nicht immer zahm, sondern oft erschreckend, wild und unberechenbar. Ein „ruheloser Vagabund“‚ wie der 2009 verstorbene Rafael Arozena schrieb und dichtete: „In dir möchte ich leben, viel lieber als auf harter Erde, auch lieber als im eigenen Fleisch.“ (Hella Kaiser, Tagesspiegel, 27.November 2011)
Biografie: Nach Studium der Romanistik und Lehrtätigkeit am Gymnasium engagiert sich Gerta Neuroth seit vielen Jahren als Übersetzerin und Herausgeberin kanarischer Prosa und Lyrik, eine Literatur mit ganz eigenem Flair. Zu ihren Übersetzungen gehören Romane und Erzählungen von Rafael Arozarena und Sabas Martín sowie Beiträge im zweisprachigen kanarischen Lesebuch „Canarias“ im konkursbuch Verlag. 2010 hat sie einen Band der Reihe Salto im Wagenbach Verlag zu den kanarischen Inseln herausgegeben. Als freie Mitarbeiterin des »Wochenblattes« (Teneriffa) stellt sie deutschen Lesern Inselautoren vor und fördert außerdem in Lesungen den Kontakt zwischen Autor, Übersetzerin und Publikum.
Meereslaunen – Caprichos de mar
kanarische Gedichte, Erzählungen, Bilder, 288 Seiten gebunden, Fadenheftung mit Lesebändchen, zweisprachig, spanisch-deutsch. Zusammengestellt und aus dem Spanischen übersetzt von Gerta Neuroth.
Preis: Euro 15,50 ISBN 978-3-88769-768-6.
Zwischen Wogen und Wellen Sobre olas y ondas jetzt hier kaufen29.11.11 15:45
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